Südtirol 2010 - Tschurifetzenbande

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Südtirol 2010

Ausfahrten

Die teilnehmenden BanditInnen:
Guschi und Josi (BMW), Herwig (Honda), Peter und Sissy (H-D), Gerald und Martha (H-D)

Die Gäste:
Andi und Dani, Gerhard und Nadja

Die Route: aus Sicht vom Presi (also von daham bis daham :-))

Länge: 1874 km
Höchster Punkt: 2758 m
tiefster Punkt: 69 m
max. Steigung: 14,3 %
max. Gefälle: 15,1 %
überwundene Höhenmeter: 25.934 m - sowohl auffe ois a wieder owe ... !!!


Tag 1 - Die Anreise oder Wie ich lernte, die Hammerherren-Platte zu lieben (10.06.2010)


08.30 Uhr Treffpunkt beim McDonald´s in Leobersdorf - 1 Kaffee und 2 McToast später rauf auf die "Süd" und endlich Richtung Süden.
Meine Koffer waren voll bis oben hin (nachher ja noch Urlaub in Bad Hofgastein geplant), der Gerhard ebenso schwer beladen, inklusive seiner Nadja hinten drauf. Macht aber nix, unsere Mopeds san ja stark genug für so Kleinigkeiten. Andi und Dani auf ihren Böcken haben´s da ein bissl leichter gehabt :-)
Der Verkehr auf der A2 und der S6 bzw. S36 ein Kinderspiel, und so waren wir pünktlich um 12.00 Uhr beim Leitner in Scheifling - wegen der obligaten Hammerherren-Platte, eh kloa :-) Dort hat auch schon der Guschi gewartet, wegen dem Begleitschutz über die Turrach ins "Land der Karawankenbären"... und der Michl, ein Urgestein aus meiner Vergangenheit, hat uns auch moralische Unterstützung geleistet - net nur bei der Mittags-Jausn :-)

Frisch gestärkt ab ins Mur-Tal in Richtung erstem, richtigem Berg auf dieser Reise - die Turrach mit 1783 Meter, die es zu überwinden galt. Nachdem uns der Wettergott hold war und es auf der Turracher Höh´ ausnahmsweise einmal nicht a....kalt war, haben wir ein kleines Rauchpauserl am See eingelegt. Immer wieder eine Freude - vor allem der "Grenzübertritt" zwischen der Steiermark und Kärnten... getrübt nur durch unzählige "NL"-betitelte Kennzeichen auf Kraftfahrzeugen aller Bauarten, deren Lenker besser mit dem Flugzeug in Urlaub fliegen sollten, anstatt so schöne Straßen zu verstopfen...

Über Bad Kleinkirchheim ging´s dann gleich einmal zum Herwig und zur Astrid nach Hause, wo schon ein Berg Mehlspeisen samt Kaffee auf uns warteten. Für manche gab´s beim gemütlichen Kaffeeplauscherl auch erstmals Details über die kommenden drei Tage zu hören. Ohne, dass uns unser Weg auch nur in die Nähe unseres Hauptquartiers geführt hätte, sattelten wir wieder auf und fuhren zurück zum Guschi und zur Josi nach Bad Kleinkirchheim. Dort erwartete uns ebenfalls ein kleines "Jauserl" ... Speck, Kas, Sauers, als tät´s kein Morgen geben. So werden, glaub ich, Könige im Fernen Osten empfangen, oder eben Freunde in Kärnten. Die beiden Jausen zusammen hätten locker auch für drei Tage gereicht.

Gesättigt und schon etwas g´schlaucht machten wir uns dann endgültig auf den Weg auf die Huam - finster is a scho g´worden und net jeder hat ein ungetöntes Visier :-) Höhepunkt des Abends: eine oberösterreichische Syrerin is Germany´s Next Topmodel geworden :-)) Und als Sahnehauberl hat´s auch noch "Born to be wild" im TV gespielt - wenn des ka Omen war :-)

Tag 2 - Der Sonne entgegen, auf geölten Hinterreifen (11.06.2010)


06.45 Uhr Tagwache, packen und Vollgas zur Agip nach Radenthein, damit sich noch ein Kaffee und ein Wellness-Weckerl ausgehen :-) Während des Frühstücks war Zeit für die Neuankömmlinge, den Rest der Truppe kennenzulernen. Nach der Aufstellung des Konvois – Herwig vurn, Guschi hint – ging´s voller Freude auf die kommenden Kilometer über den Glanz und die Windische Höhe in Richtung Hermagor. Weiter über den Plöckenpass und den Falzarego nach Sappada, wo´s für die ewig hungrige Truppe einen Hauch von Pizza (Durchmesser gefühlte 320 cm…) im Zuge der Mittagspause zu verdrücken gab.

Voller Ehrfurcht stiegen wir gesättigt wieder auf die machinas, in freudiger Erwartung des Grödner- und Sella-Jochs. Die beiden Jochs, Jöcher oder wos waß i, waren wie im Traum zu fahren und im Sonnenschein und bei dem Panorama hätten manche auch fast die zunehmenden Schmerzen in der Popscherlgegend vergessen. Nicht einmal die Spritpreise in Italien bzw. Südtirol (1,49 € für´n Liter Super san gar net super…) konnten diese Freuden trüben.

Irgendwo zwischendrin verabschiedete sich die Batterie von Gerhard´s TransAlp – Motor abstellen nur mehr bei Gefälle oder – richtig, schieben :-) Aber kein Problem für die kräftigen Jungs der Bande.

Auch möge man dem Schreiber dieser Zeilen verzeihen, dass es nicht alle Pässe, Jochs/Jöcher und sonstige Erhebungen auf dieser Reise in den Reisebericht geschafft haben – es wären zu viele, weil schon fast jedes Kaff seinen eigenen Pass hat :-)

Nach einer kurzen Suchaktion nach dem hinteren Teil der Gruppe, der eine Abzweigung übersehen hatte, ging´s mit Vollgas in Richtung Riva del Garda und damit in Richtung Ende der ersten Etappe.
Bei der Pension in Pregasina passierten zwei Dinge, die den Rest der Reise zu tiefst prägen sollten:

1) wir kamen nach Küchenschluss an und mussten mit den „Resten“ des Tages Vorlieb nehmen… Also, wenn in Italien alle „Restln“ so guat san, brauch ma nix andres :-) Carpacchio, Nudeln, wahlweise mit Fleisch- oder Pilz/Rahm-Sauce und hausgemachtes Tiramisu – dazu ein oder zwei Grappa, Sonnenuntergang am Gardasee und wir fühlten uns wie Gott in Italien!

2) weniger erfreulich: die Kardanwelle von der Guschi-BMW beschloss genau in dem Moment, als unser Vize sein Moped einparkte, den Betrieb einzustellen und spuckte ihm ihren ganzen Mageninhalt an Getriebeöl vor die Füße! Das Gute daran war, dass es im Stehen passiert is und nicht beim Fahren, sonst wär der Hinterreifen derart geölt worden, dass ein gröberes Unglück nicht mehr auszuschließen gewesen wär…

Auf der Terrasse der Pension erblickte auch eine Erfindung das Licht der Welt: das „Gauge-Menü“, bestehend aus Espresso, Tiramisu und Grappa, wird bald den Siegeszug in die Gourmettempel der Welt antreten – und das von Pregasina aus :-)

Seinen Ausklang fand dieser herrliche Abend darin, dass sich die ZimmergenossInnen gegenseitig aus der Dusche befreien mussten – die Badezimmer in den Zimmern waren zwar voll ausgestattet, Föhn, Handwaschbecken, Toilette, Handtuchstange, Dusche – aber sie waren leider auch nicht breiter als die Duschtassen (handelsübliche 60cm-Teile)… speziell die imposanteren Erscheinungen in unseren Reihen hatten da so ihre Probleme…

Tag 3 – Kalt warm ans Limit (12.06.2010)


„Frühstücksbuffet“ – ein Zauberwort in der popowunden, ausgelaugten, kilometerfressenden Bikergemeinde – und noch dazu mit, für Italien ausgezeichnetem Kaffee! Die Ernüchterung folgte auf dem Fuß: die nächste BMW-Werkstatt 80 km weit weg, Samstag sowieso nur eingeschränkter Betrieb, aber die notwendigen Eingeweide für Guschi´s Kardanwelle auf Lager… naja.

Zähneknirschend mussten wir unsren Vize samt seiner Josi am Gardasee zurücklassen (Augenzeugen zu Folge isses ihnen aber net schlecht ergangen :-)).

Bei 36 Grad im Schatten, mit (fast) nacktem Oberkörper und offenem Helm, umrundeten wir den Gardasee in Richtung Brescia, man hätte fast glauben können, wir fahren irgendwo am Pellopones entlang in Richtung Traumstrand. Sommer, Sonne, Sonnnenschein, Badehosenflair und Palmenalleen – sehr sensationell!

Brescia hat die Unart, Schnittpunkt vieler verschiedener Autostradas, Tangenziales und sonstiger mehr oder minder befestigter Verkehrswege zu sein – wir haben sie alle gesehen und kennen sie beim Vornamen:-) Aber zwei freundliche Carabinieri halfen uns letztendlich wieder auf den rechten Weg nach Marone am nicht weniger eindrucksvollen Lago d´Iseo (mit einem Monte Isola daneben – wieviel gibt´s eigentlich von de Dinger??).

Gut war´s, dass es so warm war, denn das, was danach kam, verbrauchte sämtliche, gespeicherte Körperwärme!

Nach einer kurzen Verschnaufpause mit Tankstopp (und ca. 18. Fremdstart der TransAlp) in Bormio war der Angstgegner der heutigen Etappe zum Greifen nah: das Stilfser Joch mit 2758 Meter der höchste Pass Italiens und der zweithöchste, asphaltierte Gebirgspass der Alpen überhaupt. Kehre um Kehre (in der Fachsprache „tornante“) arbeiteten sich unsere Mopeds Höhenmeter um Höhenmeter in Richtung Ziel aufwärts. Erst zwei Tage zuvor war die Wintersperre aufgehoben worden und prozentuell zu den Höhenmetern wuchsen auch die Schneewände auf beiden Seiten der Straße. Sehenswert auch der Gebirgsbach neben der Straße - so spart man sich die weite Reise an die Niagara Falls :-)

Am höchsten Punkt unserer Reise angekommen, brachte Gauge (auf einer H-D Electra Glide) den Aufstieg auf den Berg auf den Punkt: "Jetzan waß i, wo ba meiner Maschin dos Limit liegt..."




 
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